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Pralles Leben in alter Schule

Schule Front

Wie die Ex-Grundschule Meißen zum Dorfmittelpunkt wurde

Wenn Harald Pohlmann erzählt, was aus dem ehemaligen Meißener Schulgebäude geworden ist, kann er seinen Stolz nicht verbergen. 2007 wurde die Grundschule Meißen aufgelöst. Heute, zehn Jahre später, erstrahlt das Gebäude in neuem Glanz. Eine Verwandlung, die ohne das Engagement des Vereins „Pro Meißen“ nicht möglich gewesen wäre.

„Das ehemalige Schulgebäude Meißen ist ein einzigartiges Projekt“, sagt Harald Pohlmann, erster Vorsitzender des Vereins „Pro Meißen“. Diverse Meißener Vereine haben in dem historischen Gebäude ihre Heimat gefunden. Acht inhabergeführte Geschäfte finden Platz in den großzügigen und liebevoll hergerichteten Räumen. „Das Gebäude ist inzwischen vollvermietet“, sagt Pohlmann. Das sei vor etwa zehn Jahren nicht abzusehen gewesen. Nachdem die Grundschule 2007 geschlossen wurde, wollte die Stadt Minden das arg in die Jahre gekommene Gebäude abreißen. Zum Unmut der Meißener Bürger, die dem Verlust eines ihrer Aushängeschilder nicht tatenlos zusehen wollten. Und so trat der Verein „Pro Meißen“ ins Licht der Öffentlichkeit. Gemeinsam wollten sich die Mitglieder um die Sanierung und Instandhaltung des historischen Gebäudes kümmern. Der Rat der Stadt Minden stimmte zu. Der Verein durfte das Gebäude nutzen – wenn die Stadt finanziell nicht für den Erhalt aufkommen muss. Gesagt, getan. „Für die Sanierung haben wir damals einen Kredit in Höhe von 160.000 Euro aufgenommen“ erzählt Pohlmann. Weitere 80.000 Euro kamen von der Stadt Minden.

Schule hinten

„Rentnerband“ engagiert sich vorbildlich

Renoviert wurden die Räume von der „Rentnerband“, wie die Senioren von „Pro Meißen“ scherzhaft genannt werden. Etwa 15 „Bandmitglieder“ haben am Gebäude gearbeitet und gewerkelt, um es in Schuss zu bringen. Eingänge, Böden und Türen mussten renoviert werden. Inventar wurde auf Vordermann gebracht. Neue Brandschutzmaßnahmen mussten umgesetzt werden. „19.000 dokumentierte Arbeitsstunden haben wir für die Sanierung und Instandhaltung investiert“, berichtet Harald Pohlmann. Laut des ersten Vorsitzenden hat der Verein bis heute mehr als eine halbe Million Euro in die ehemalige Schule gesteckt. Viele der ehrenamtlichen Helfer sind noch selber an der Forststraße zur Schule gegangen und haben ihr Herzblut in die Arbeiten gesteckt, um dieses Stück Dorfgeschichte zu bewahren. Mit Erfolg. Heute ist das Gebäude die erste Anlaufstelle für alle Meißener und Schmelztiegel des Stadtteils. Handballer und Kunstturner des heimische Sportvereins TUSPO Meißen nutzen die Sporthalle. Männergesangsverein, Rassegeflügelzuchtverein und Seniorenklub treffen sich ebenfalls in den Räumen. In der Aula finden Kulturveranstaltungen statt. So wie zum Beispiel auch am 25. März, wenn Autor Johannes Wilkes ab 19.30 Uhr „Das kleine Westfalenbuch“ präsentiert. Jedes Jahr werden Dorfgemeinschaftsfest und das Sportfest an der alten Grundschule gefeiert. In den Geschäftsräumen gibt es beispielsweise einen Frisör, eine Heilpraktikerin für Psychotherapie und Tanz und Qigong-Meditation. Klaudia Schukowski ist die gute Seele des Gebäudes und kümmert sich als „Mädchen für alles“um alle anfallenden Arbeiten und Wehwehchen der Mieter und Besucher.

Link zum Mindener Kurier